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Di 20.06.2017 19:00 :

Fakten, Mythen und Handlungsperspektiven

Antifa-Café: Der Wehrhahn-Anschlag

Der Wehrhahn-Anschlag - Fakten, Mythen und Handlungsperspektiven

Seit der Selbstenttarnung des NSU Ende 2011 war der am 27. Juli 2000 begangene Wehrhahn-Anschlag immer mal wieder in den Medien, zumeist aber nur recht kurz, da sich schnell eine durch nichts belegte Gewissheit verbreitete, dass es hier keinen Zusammenhang zum Komplex NSU geben würde. Der NSU-Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags beschäftigte sich
erst im Februar 2017 mit dem Thema - ganze fünf Stunden lang. Denn schließlich gilt der Fall seit dem 1. Februar 2017 als aufgeklärt. Nach über 16 Jahren war "der Täter" festgenommen worden, der nun auf die Verkündung seiner "gerechten Strafe" wartet. Ist der Fall damit erledigt? Was das wahrnehmbare Interesse betrifft, erscheint es fast so.

Selbst in der Linken und in der antifaschistischen Szene hat das Thema wenig Relevanz. Dabei ist noch keineswegs klar, ob der Festgenommene die rassistische und möglicherweise auch
antisemitische Gewalttat tatsächlich durchgeführt hat bzw. dass ihm die Verübung der Tat nachgewiesen werden kann. Und falls doch, besteht wieder einmal Gefahr, dass am Ende ein "verrückter Einzeltäter" übrig bleibt, der fern ab gesellschaftlicher und politischer Zusammenhänge völlig auf sich gestellt die Tat verübt haben soll. Eine kritische Begleitung des noch nicht terminierten Strafprozesses ist unabdingbar, auch um den Opfern des Anschlags zu zeigen, dass sie unterstützt werden.

Das Antifa-Café am 20. Juni bietet eine Zusammenfassung des Komplexes Wehrhahn und Raum für eure Fragen, Diskussionsbeiträge und Ideen - auch für diejenigen, die sich bisher überhaupt noch nicht mit dem Thema beschäftigt haben, dieses aber jetzt nachholen möchten.

Geöffnet ab 19.00 Uhr, Vortragsbeginn 20.00 Uhr.




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