Druckversion
Mi 22.02.2017 19:30 :

75 Jahre „Aktion Reinhardt“. Die Ermordung von etwa zwei Millionen Juden, Jüdinnen, Roma und Romnija in Belzec, Sobibor..

INPUT - antifaschistischer Themenabend

Unter dem Tarnbegriff „Aktion Reinhardt“ firmierte zwischen März 1942 und Oktober 1943 die systematische Ermordung von mindestens 1,75 Millionen Jüdinnen und Juden sowie rund 50.000 Roma und Romnija auf dem Gebiet des von den Deutschen errichteten „Generalgouvernements“, das Teile des besetzten Polen und der Ukraine umfasste. Im Herbst 1941 beauftragte Heinrich Himmler den SS- und Polizeiführer im Distrikt Lublin, Odilo Globocnik, mit der Umsetzung der Planungen. Zentrale Orte des Massenmordes bildeten die drei Vernichtungslager Belzec, Sobibor und Treblinka.

An der „Aktion Reinhardt“ war jedoch nicht nur ein vergleichsweise kleiner Stab von SS-Offizieren beteiligt. In die Mordaktionen waren z.B. auch Polizeibataillone eingebunden, die zahlreiche Massaker verübten. Auch ohne die Unterstützung der Zivilverwaltung des Generalgouvernements hätte die Umsetzung der Vernichtungspläne wohl kaum so effizient im Sinne des NS funktioniert.

Der Vortrag beleuchtet die Bedeutung der „Aktion Reinhardt“ in der Gesamtgeschichte der Shoah. Handelte es sich bei den Mordaktionen um die systematische Umsetzung eines schon lange gefassten Plans des NS-Regimes oder war die „Aktion Reinhardt“ eher durch situative Momente und Entscheidungen gekennzeichnet? Welche AkteurInnen und Institutionen waren daran beteiligt? Was geschah mit den Tätern nach 1945? In der Rückschau zeigt sich, dass der Düsseldorfer „Treblinka“-Prozess eher als eine Ausnahme zu bezeichnen ist. In der ohnehin schon defizitären juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen in der Bundesrepublik spielte die Ahndung der Mordtaten im Zusammenhang mit der „Aktion Reinhardt“ lediglich eine untergeordnete Rolle.



INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf existiert seit 2002 und findet in der Regel einmal monatlich statt, zumeist am letzten Mittwoch im Monat im „Zentrum Hinterhof“, hin und wieder auch an anderen Orten. Unregelmäßig werden zusätzliche INPUT-Spezial-Veranstaltungen angeboten. Ankündigungen unter http://linkes-zentrum.de. Aktuelle INPUT- Veranstalter: Antifaschistischer Arbeitskreis (HSD) und AG INPUT, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland (ABR) und SJD – Die Falken Düsseldorf.

Linkes Zentrum Hinterhof - Corneliusstr 108 - Düsseldorf - www.linkes-zentrum.de | Login