Monatsübersicht April (2020)

Veranstaltungen für den Zeitraum Mi 01.04.2020 - Do 30.04.2020 :


Geschlossen bis 30.04.2020




Für eine rebellische Stadt - After Demo Party & Wiedereröffnung

Freund*innen der rebellischen Stadt,

wir wollen am 30.04.2020 wieder auf die Straße, und zwar gern mit euch.

In Düsseldorf entstehen immer mehr Neubauprojekte im hochpreisigen Segment, Hotels und Büroriegel schießen wie Pilze aus dem Boden, sodass die Preise stetig steigen und bezahlbarer Wohnraum extrem knapp geworden ist. Die Wohnungen, in denen wir leben, werden aufgekauft, modernisiert und die Kosten dafür auf die Mieten umgelegt. Wohnen ist schon längst zur Ware geworden, und wer nicht zahlen kann, wird verdrängt. Zusätzlich wird dringend benötigter Wohnraum in Ferienwohnungen verwandelt und bei Airbnb angeboten. Obskure Agenturen vermarkten ehemals normale Wohnungen als überteuerte Micro-Apartments oder „co-living-space“ für Geschäftsreisende und „Kurzzeitwohnen“.
Für viele ist Wohnen zu einer existenziellen Sorge geworden.

Und auch sonst wird es eng:
Kulturorte, Kneipen und nicht kommerzielle Freiräume werden immer öfter von durchkalkulierten Investorenprojekten verdrängt. Mit dem Abriss der Brause hat der Investor „PROJECT Immobilien“ Fakten geschaffen und so den Versuch, die alte Tankstelle an der Bilker Allee unter Denkmalschutz zu stellen, eigenmächtig verhindert.

Im letzten Jahr hat sich verdammt vieles getan. Es ist zwar viel Scheiße passiert, aber es regt sich auch zunehmend Widerstand.

Anwohner*innen und Kulturschaffende, kurz um die Stadtbewohner*innen tun sich zusammen und wehren sich gegen den Ausverkauf der Stadt. Dabei ist Engagement für bezahlbaren Wohnraum und für kulturelle Freiräume kein Widerspruch: Von Flingern bis nach Bilk sind Initiativen entstanden, die sich gegen Gentrifizierung, Zwangsräumungen und Zweckentfremdung wehren
und stattdessen eine soziale Wohnungspolitik fordern, für gemeinschaftliches, selbst bestimmtes Leben eintreten und die Entwicklung ihrer Stadtteile mitbestimmen wollen.

Es sind Menschen mit und ohne Behinderung, Menschen mit und ohne sicheren Aufenthaltsstatus, mit und ohne festen Wohnsitz, Menschen die Kulturarbeit machen oder einfach eine Wohnung für sich und ihre Kinder suchen …wir sind so viele!

Das letzte Jahr hat auch gezeigt, dass gemeinsames Handeln wirksam sein kann: Die Bewohner*innen der Kiefern Straße konnten die Pläne für den Bau von Hotels und Micro-Apartments des Investors Cube Real Estate in ihrem Viertel durch vielfältige und bunte Interventionen durchkreuzen und planen jetzt am Neubau mit. Die „Bilker Initiative – Wohnen für alle“ hat viel erreicht im Kampf um den Erhalt des Kronenhauses, das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum hat so einige Investoren bei miesen Tricks erwischt und diese Fälle öffentlich gemacht.

Weiter so! Es ist an der Zeit, der neoliberalen Stadtpolitik gemeinsam die Stirn zu bieten. Dieser Wohnungsmarkt, der sich an Profit- und Kapitalinteressen orientiert, ist nicht in der Lage unser Grundrecht auf Wohnen zu erfüllen. Die derzeitige Wohnungspolitik wird nicht für Mieter*innen und Stadtbewohner*innen gemacht, sondern für Investoren und Städtekonkurrenz.
Es wundert uns nicht, dass viele Berliner*innen die Enteignung großer Wohnungsunternehmen gefordert haben – wie sonst soll Wohnen in Städten wie Berlin wieder möglich werden?

Lasst uns am 30.04. wieder zusammen durch unsere Stadt ziehen und unsere Themen auf die politische und mediale Agenda setzen.

Lasst uns Verbündete werden für ein Recht auf Stadt.



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